Rentenbeihilfe

Informationen zur Antragstellung

Die Rentenbeihilfe wird nur auf Antrag gezahlt. Der Antrag muss bei SOKA-BAU angefordert werden (er steht nicht zum Download zur Verfügung, da vorhandene Daten bereits eingefügt werden).

Zusammen mit dem Antrag verschicken wir einen Kontoauszug, auf dem alle uns bisher bekannten Tätigkeitszeiten im Baugewerbe aufgeführt sind. Lediglich für Zeiten, die dort fehlen, müssen Eintragungen im Antrag vorgenommen und entsprechende Nachweise beigefügt werden.

Mit dem Antrag müssen uns alle notwendigen Nachweise vorgelegt werden. Welche das sind, können dem Antrag und einem Merkblatt, das diesem beiliegt, entnommen werden.

Bei Fragen zum Antrag, zu den Anspruchsvoraussetzungen oder der Rentenbeihilfe allgemein helfen unsere Mitarbeiter gerne weiter. Rufen Sie dazu einfach unsere aus dem Inland kostenfreie Service-Nummer 0800 1000 881 an.

Mitglieder der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) erhalten den Antrag auch bei jedem Bezirksverband.

Zur Erprobung eines neuen Services werden einige Versicherte der Rentenbeihilfe in diesen Tagen von der Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG (ZVK-Bau) angeschrieben, um ihnen einen besonderen Service anzubieten: Rentenbeihilfe einfach, schnell und sicher online vom heimischen PC aus zu beantragen!

In zwei kurz nacheinander verschickten Schreiben werden dazu die nötigen Zugangsdaten und ein Passwort versendet. Damit kann man sich in dem speziell für diesen Zweck geschaffenen Online-Portal anmelden und dort die zur Auszahlung notwendigen Angaben machen. Nach Übertragung der Daten (selbstverständlich gesichert) an die ZVK-Bau werden diese dann im Idealfall maschinell verarbeitet und der ermittelte Anspruch rasch ausgezahlt. Nur die abschließende Leistungsmitteilung (oder im Einzelfall notwendige Rückfragen) erfolgt noch schriftlich.

Anspruchsvoraussetzungen

Die Rentenbeihilfe wird zusätzlich zur gesetzlichen Rente gezahlt. Es muss also zunächst eine gesetzliche Rente bezogen werden. Es spielt dabei keine Rolle, um welche Art der gesetzlichen Rente es sich handelt. Egal ob eine Rente wegen Alters oder wegen Erwerbsminderung gezahlt wird – die gesetzliche Rente ist die erste Voraussetzung für den Bezug von Rentenbeihilfe. Auch Unfallrenten bei einer Erwerbsminderung von mindestens 50 % zählen dazu. 

Nur zu einigen Sonderrenten (wie sie zum Beispiel Bergleute oder Landwirte erhalten können) wird die Rentenbeihilfe nicht gezahlt.

Als zweite Voraussetzung muss eine Mindestwartezeit (Beschäftigungszeit im Baugewerbe) nachgewiesen werden. Diese Mindestwartezeit beträgt 220 Monate (18 Jahre und 4 Monate). Von dieser Wartezeit müssen wenigstens 60 Monate in den letzten 9 Jahren vor dem Rentenbeginn liegen.

Als Wartezeit gelten alle Tätigkeitszeiten im Baugewerbe, für die der Betrieb die entsprechenden Beiträge gezahlt hat. Beiträge waren für gewerbliche Arbeitnehmer ab 1958, für Angestellte ab 1976 zu zahlen. Eventuelle Zeiten davor ohne Beitragspflicht werden ebenfalls berücksichtigt. Auch Ausbildungszeiten in einem Baubetrieb zählen als Wartezeit, obwohl für die Rentenbeihilfe während der Ausbildung keine Beiträge zu zahlen waren. Wartezeiten sind auch Zeiten der gesetzlichen Dienstpflicht.

Auch „bauverwandte“ Tätigkeitszeiten können berücksichtigt werden. Also Tätigkeitszeiten im Maler-, im Dachdecker- sowie im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk. Auch Tätigkeitszeiten in der Steine- und Erdenindustrie und im Betonsteinhandwerk in Bayern zählen dazu. Angerechnet werden können hier maximal 180 Monate. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass mindestens 60 Monate Wartezeit im Baugewerbe nachgewiesen werden können.

Auch Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Krankheit können als Wartezeit angerechnet werden (bis zu maximal 30 Monaten) unter der Voraussetzung, dass diese Zeiten in den letzten 9 Jahren vor dem Rentenbeginn liegen.
 

Als letzte Voraussetzung muss bei Rentenbeginn ein Versicherungsverhältnis zu unserer Kasse bestehen. Dies ist immer während einer Tätigkeit im Baugewerbe gegeben. Das Versicherungsverhältnis besteht auch danach noch fort, solange keine andere Tätigkeit außerhalb des Baugewerbes aufgenommen wird. Erst beim Ausscheiden aus dem Baugewerbe durch die Aufnahme einer „baufremden“ Tätigkeit erlischt es. Es lebt nur wieder auf, wenn der Rentenbeginn innerhalb der ersten 12 Monate nach diesem Ausscheiden eintritt.

Als Nachweis über die hinterlegten Wartezeiten erhält jeder Versicherte einmal im Jahr Post: Gewerbliche Arbeitnehmer erhalten den Arbeitnehmerkontoauszug, Angestellte eine Jahresbescheinigung über Beschäftigungszeiten im Baugewerbe.

Der Kontoauszug und die Bescheinigung beruhen auf den Daten, die die Arbeitgeber an SOKA-BAU gemeldet haben. Mit den Daten stimmt etwas nicht? Dann wenden Sie sich an den Arbeitgeber, der die Daten gemeldet hat. 

Reklamieren Sie fehlerhafte Daten beim Arbeitgeber unbedingt innerhalb von 2 Monaten nach Erhalt des Kontoauszuges bzw. der Bescheinigung. Später eingehende Änderungswünsche können leider nicht mehr berücksichtigt werden.

Rentenbeihilfehöhe

Sind alle Voraussetzungen hinsichtlich Rente, Wartezeit und Versicherungsverhältnis erfüllt, wird die Rentenbeihilfe gezahlt. Die Höhe der Rentenbeihilfe hängt dabei von zwei Faktoren ab: der Höhe der erreichten Wartezeit sowie dem Alter bei Rentenbeginn. Die Wartezeit ist in insgesamt vier Stufen eingeteilt, bei deren Erreichen sich die Rentenbeihilfe jeweils erhöht.
Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, wie hoch die monatliche Rentenbeihilfe in Abhängigkeit von Wartezeit und Alter ausfällt.

Alter des Versicherten bei Eintritt des Versicherungsfalls

Erreichte Wartezeiten

 

220 Monate

240 Monate

330 Monate

440 Monate

65 Jahre

59,90

72,15

80,40

88,70

64 Jahre

58,30

70,55

78,80

87,10

63 Jahre

56,70

68,95

77,20

85,50

62 Jahre

55,10

67,35

75,60

83,90

61 Jahre

53,50

65,75

74,00

82,30

60 Jahre und jünger

51,90

64,15

72,40

80,70

                           

Alle Beträge sind in EUR angegeben. Erhöhung pro 12 Monate Weiterarbeit nach 65. Lebensjahr: 3,30 EUR (Versicherungsfall muss nach Vollendung des 65. Lebensjahres eingetreten sein).

Für Beschäftigte, die zuletzt in einem Betrieb des Betonsteingewerbes Nordwestdeutschlands tätig waren, gelten geringfügig andere Leistungen.

Werden die Voraussetzungen zu Wartezeit und/oder Versicherungsverhältnis nicht erfüllt, besteht zunächst kein Anspruch auf die Rentenbeihilfe. Dennoch kann zumindest ein Anspruch auf einen Teil der Rentenbeihilfe bestehen.

Unverfallbarkeit

Werden die Voraussetzungen hinsichtlich Wartezeit und/oder Versicherungsverhältnis nicht erfüllt, besteht zunächst kein Anspruch auf die Rentenbeihilfe. Dennoch kann ein Anspruch auf einen Teil der Rentenbeihilfe bestehen. Die Voraussetzungen dazu unterscheiden sich jeweils in Abhängigkeit vom Ausscheidedatum aus dem Baugewerbe.

Liegt das Ausscheiden aus dem Baugewerbe nach dem 31.12.2015, muss der versicherte Arbeitnehmer mindestens 3 Jahre Tätigkeitszeit zu ein und demselben Baubetrieb nachweisen und beim Ausscheiden das 21. Lebensjahr vollendet haben, damit ein Anspruch auf unverfallbare Leistungen besteht. Der Mindestanspruch entspricht trotz nur 36-monatiger Wartezeit dem, der in der Tabelle bei 60 Monaten aufgeführt wird. (Diese Voraussetzung gilt derzeit nicht für Beschäftigte im Betonsteingewerbe Nordwestdeutschland.) 

Liegt das Ausscheiden aus dem Baugewerbe nach dem 31.12.2013, muss der versicherte Arbeitnehmer mindestens 5 Jahre Tätigkeitszeit in ein und demselben Baubetrieb nachweisen und beim Ausscheiden das 25. Lebensjahr vollendet haben, damit ein Anspruch auf den unverfallbaren Teil der Rentenbeihilfe besteht.

Bei einem Ausscheiden aus dem Baugewerbe nach dem 31.12.2002 besteht dieser unverfallbare Anspruch dann, wenn beim Ausscheiden mindestens 5 Jahre Tätigkeitszeit in ein und demselben Betrieb nachgewiesen werden können und das 30. Lebensjahr vollendet war.

Liegt das Ausscheiden aus dem Baugewerbe vor dem 01.01.2003 und es können mindestens 10 Jahre Tätigkeitszeit in ein und demselben Baubetrieb nachgewiesen werden, besteht ebenfalls ein Anspruch auf den unverfallbaren Teil der Rentenbeihilfe – wenn beim Ausscheiden das 35. Lebensjahr vollendet war.

Wichtig: Die zuletzt aufgeführte Regelung zur Unverfallbarkeit gilt allerdings nur, wenn das Ausscheiden aus dem Baugewerbe nach dem 21.12.1974 liegt. Zu diesem Zeitpunkt ist die gesetzliche Regelung zur Unverfallbarkeit nämlich erst in Kraft getreten.

Auch diese Leistungen sind abhängig vom Alter bei Rentenbeginn und der insgesamt erreichten Wartezeit. 
 
Auch hier gelten für Beschäftigte, die zuletzt in einem Betrieb des Betonsteingewerbes Nordwestdeutschlands tätig waren, geringfügig andere Leistungen.

Alter des Versicherten bei Eintritt des Versicherungsfalls

Erreichte Wartezeiten (alle Angaben in EUR)

 

 

 

 

60 Monate

120 Monate

180 Monate

240 Monate

330 Monate

360 Monate

440 Monate

65 Jahre

5,99

10,18

11,98

36,08

40,20

64,32

70,96

64 Jahre

5,83

9,91

11,66

35,28

39,40

63,04

69,68

63 Jahre

5,67

9,64

11,34

34,48

38,60

61,76

68,40

62 Jahre

5,51

9,37

11,02

33,68

37,80

60,48

67,12

61 Jahre

5,35

9,10

10,70

32,88

37,00

59,20

65,84

60 Jahre und jünger

5,19

9,10

10,38

32,08

36,20

57,92

64,56

Steuern und Beiträge

Die Rentenbeihilfe ist grundsätzlich zu versteuern. Die Versteuerung hängt davon ab, wie der Arbeitgeber die von ihm an uns gezahlten Beiträge steuerlich behandelt hat. Bis 31.12.2001 konnte der Arbeitgeber die Beiträge nur pauschalversteuert einzahlen. Ab dem 01.01.2002 besteht die Möglichkeit, die Beiträge auch steuerfrei zu entrichten.

Für die Versteuerung bedeutet das, dass der Leistungsanteil aus den pauschalversteuert eingezahlten Beiträgen mit dem Ertragsanteil zu versteuern ist. Der Teil, der auf den steuerfrei gezahlten Beiträgen beruht, ist mit dem individuellen Steuersatz des Versicherten zu versteuern.
Bei Beginn und bei Änderungen von Zahlungen informieren wir jeden Versicherten über die individuelle Aufteilung mit einer Steuerbescheinigung.

Auf die Rentenbeihilfe ist der volle allgemeine Beitragssatz zur Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen. Beitragspflicht entsteht allerdings nur, wenn die monatlichen Versorgungsbezüge bestimmte Höchstgrenzen übersteigen. Dazu wird die Rentenbeihilfe mit anderen Betriebsrentenansprüchen zusammengerechnet. Wir informieren bei Beginn unserer Zahlung die zuständige Krankenversicherung entsprechend. Teilt uns diese mit, dass Beiträge zu zahlen sind, führen wir diese direkt an sie ab. Die Zahlung der Rentenbeihilfe wird dann von uns entsprechend vermindert.

Steuerbescheinigung

So wie die Rente selbst, ist auch die Rentenbeihilfe unserer Kasse prinzipiell steuerpflichtig. Sie muss im Rahmen der Einkommensteuererklärung mit angegeben werden. Deswegen ist SOKA-BAU gesetzlich verpflichtet, jedem Rentner eine Steuerbescheinigung über die Höhe und steuerliche Aufteilung der Rentenbeihilfe auszustellen. Sie dient sowohl zur Vorlage beim Finanzamt als auch zur Hilfe beim Ausfüllen der Steuererklärung.

Die Steuerbescheinigung wird von SOKA-BAU erstmals für das Kalenderjahr erstellt, in dem die Rentenbeihilfe gezahlt wird. Ändert sich der gezahlte jährliche Betrag der Rentenbeihilfe, erhalten Sie eine neue Steuerbescheinigung. Das ist zum Beispiel immer dann der Fall, wenn die Rentenbeihilfe nicht schon im Januar, sondern später im Kalenderjahr beginnt. Dann ändert sich im nächsten Jahr die Höhe Ihrer Leistung, da erst im nächsten Jahr die Rentenbeihilfe für alle 12 Monate gezahlt wird.

SOKA-BAU ist zudem dazu verpflichtet, der Finanzverwaltung jährlich Daten über die gezahlte Rentenbeihilfe zu übermitteln.
 

Bei der Einkommensteuererklärung ist die Rentenbeihilfe unter dem Punkt „Leistung aus Altersvorsorgeverträgen und aus der betrieblichen Altersversorgung“ in der Anlage R (Zeile 31–49) einzutragen. Der Gesamtbetrag der Rentenbeihilfe teilt sich gegebenenfalls auf mehrere unterschiedlich zu versteuernde Teilbeträge auf – abhängig von der steuerlichen Behandlung der Beiträge. Die jeweiligen Teilbeträge und wo diese in welchen Zeilen der Anlage R einzutragen sind, finden Sie in der Steuerbescheinigung.

Auch Rentner sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben und sollten das auch tun – gerade vor dem Hintergrund, dass SOKA-BAU jährlich die gezahlte Rentenbeihilfe an die Finanzverwaltung melden muss. Ob überhaupt Steuern auf die Rentenbeihilfe fällig werden und in welcher Höhe, hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab. 
Informieren Sie sich diesbezüglich beim zuständigen Finanzamt oder einem Steuerberater.

Eine neue Steuerbescheinigung wird nur dann erstellt, wenn sich die Höhe der jährlich gezahlten Rentenbeihilfe ändert oder sich die Rentenart (Erwerbsminderungsrente/Altersrente) ändert. Ändern sich der Jahresbetrag und die Rentenart nicht, bleibt die zuletzt ausgestellte Steuerbescheinigung weiterhin gültig. Bewahren Sie deswegen bitte die jüngste Steuerbescheinigung auf.

Bauuntauglichkeit

Wird eine Tätigkeit außerhalb des Baugewerbes aufgenommen, besteht bei Rentenbeginn in der Regel kein Versicherungsverhältnis mehr zu unserer Kasse. Ein Anspruch auf Rentenbeihilfe besteht dann nicht mehr. Ausgenommen sind eventuelle unverfallbare Ansprüche.

Erfolgt die Aufgabe der Tätigkeit im Baugewerbe aus gesundheitlichen Gründen, kann später trotzdem die volle Rentenbeihilfe gezahlt werden. Voraussetzung dafür ist, dass dies durch ein Zeugnis/Attest eines beamteten bzw. im öffentlichen Dienst tätigen Arztes nachgewiesen wird. Auch muss zum Zeitpunkt des Ausscheidens die notwendige Mindestwartezeit erfüllt sein.

In solchen Fällen empfehlen wir dringend, schon zum Zeitpunkt des Ausscheidens mit uns Kontakt aufzunehmen. Je mehr Zeit nach dem Ausscheiden verstreicht, desto schwerer sind die notwendigen ärztlichen Nachweise zu beschaffen.
 

Wartezeitverzicht

Es existiert eine Ausnahme, bei der die volle Rentenbeihilfe gezahlt wird, ohne dass die erforderliche Mindestwartezeit erfüllt sein muss, nämlich wenn man in einem Betrieb des Baugewerbes einen Arbeits-/Wegeunfall erleidet bzw. sich eine Berufskrankheit zugezogen hat.

Erkennt der zuständige gesetzliche Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft) diesen Arbeitsunfall bzw. die Berufskrankheit an und löst dieser Unfall gleichzeitig eine gesetzliche Rente aus, kann auf die eigentlich erforderliche Mindestwartezeit verzichtet werden.