Tarifverträge 4.0 – Tarifautonomie als Gestaltungsinstrument für die Zukunft der Arbeit – Achtes Tarifsymposium der Bauwirtschaft in Berlin

Dr. Matthias Bartke, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages, begrüßte die Teilnehmer des Symposiums

Podiumsdiskussion der Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft und Abgeordneten des Deutschen Bundestags | Fotos: Detlef Gottwald

„Tarifverträge sind in der modernen Arbeitswelt wichtiger denn je“, lautete die Quintessenz des – bereits achten – Tarifsymposiums der Bauwirtschaft am 31.01.2019 in Berlin. Das Thema „Tarifverträge 4.0 – Tarifautonomie als Gestaltungsinstrument für die Zukunft der Arbeit“ lockte über 130 hochkarätige Gäste aus Wissenschaft, Politik, Rechtsprechung und Tarifvertragsparteien ins Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Die Vorstände von SOKA-BAU, Gregor Asshoff und Manfred Purps, konnten in ihren Eröffnungsansprachen auf eine 70-jährige Erfolgsgeschichte ihrer Institution zurückblicken. Ihren Ursprung findet SOKA-BAU nämlich in der „Gemeinnützigen Urlaubskasse für die Bauwirtschaft“, die sogar noch sechs Wochen vor Inkrafttreten des Grundgesetzes gegründet worden ist. Dies vor Augen, unterstrichen Asshoff und Purps, dass in Deutschland in erster Linie die Tarifvertragsparteien aufgerufen sind, die Arbeitsbeziehungen zu gestalten. Die Politik könne und müsse diese Prozesse aber konstruktiv unterstützen.

Damit befanden sie sich auf einer Linie mit Dr. Matthias Bartke, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages, der die Teilnehmer stellvertretend für die Politik begrüßte und betonte: „Sozialpartner und Politik haben ein gemeinsames Ziel: Die Sozialpartnerschaft in bewährten Geschäftsfeldern auszubauen und in neuen Geschäftsfeldern zu etablieren.“

Die Veranstaltung war geprägt durch rechtswissenschaftliche Vorträge auf höchstem wissenschaftlichen Niveau. Moderiert vom ehemaligen Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Prof. Klaus Bepler diskutierten außerdem Andreas Schmieg, stellvertretend für die Arbeitgeberverbände der Bauwirtschaft, und Robert Feiger, Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, mit den Bundestagsabgeordneten Max Straubinger (CSU), Michael Gerdes (SPD), Pascal Kober (FDP), Jutta Krellmann (Die Linke) sowie Beate Müller-Gemmeke (Bündnis 90/Grüne). Im Zentrum stand die Frage, wie die Gestaltung der Arbeitswelt als gemeinsame Herausforderung für Sozialpartner und Politik gelingen kann. Kontrovers debattiert wurde, wie Solo-Selbständige künftig in den Schutzbereich der Tarifautonomie einbezogen werden können.

Das achte Tarifsymposium der Bauwirtschaft 2019 hat einmal mehr den Willen und das Engagement der Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft, ihrer gemeinsamen Einrichtungen, aber auch der Politik aufgezeigt, die Tarifautonomie in Deutschland gemeinsam und partnerschaftlich weiterzuentwickeln.

Die Themen und Referenten im Überblick:

  • Prof. Dr. Gregor Thüsing, LL.M. (Harvard), Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn:
    Herausforderung der digitalen Arbeitswelt für das Tarifrecht
  • Prof. Dr. Daniel Ulber, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg:
    Tarifautonome Gestaltung der modernen Arbeitswelt – Beitrag und Potentiale des Sozialkassenmodells
  • Prof. Dr. Frank Bayreuther, Universität Passau:
    Selbständige im Koalitions- und Tarifrecht
  • Prof. Dr. Jürgen Treber, Vorsitzender Richter Vierter Senat des Bundesarbeitsgerichts:
    Gestaltung der Zukunft der Arbeit und die Rechtsprechung zur Tarifautonomie
  • Prof. Dr. Stefan Greiner, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn:
    Grenzen und Entwicklungsmöglichkeiten der Tarifpolitik – vom Ausland lernen?


01.02.2019


SOKA-BAU
Unter dem Dach von SOKA-BAU mit Sitz in Wiesbaden sind zwei gemeinsame Einrichtungen der Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V., Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V.) vereint: die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft (ULAK) und die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG (ZVK). Aufgaben der ULAK sind die Sicherung von Urlaubsansprüchen und die Finanzierung der Berufsausbildung. Die ZVK bietet allen Beschäftigten der Baubranche eine überbetriebliche zusätzliche Altersversorgung.

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