Haupt- und Mitgliederversammlung

Mitgliederversammlung der Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft 2019: v.l.n.r. Manfred Purps (SOKA-BAU), Frank Dupré (ZDB), Philipp Fünfrock (Notar), Robert Feiger (IG BAU), Andreas Schmieg (HDB), Dietmar Schäfers (IG BAU), Gregor Asshoff (SOKA-BAU). Foto: Detlef Gottwald

Rückblick auf 70 Jahre Urlaubsverfahren in der Bauwirtschaft

SOKA-BAU hat gestern im Rahmen der Haupt- und Mitgliederversammlung der Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG (ZVK) und der Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft (ULAK) auf 70 Jahre Urlaubsverfahren in der Bauwirtschaft zurückgeblickt. Das Verfahren stellt sicher, dass alle Urlaubsansprüche des Arbeitnehmers – unabhängig davon, bei welchem Betrieb er sie erworben hat – zusammengefasst und somit übertragbar gemacht werden. Ein weiteres Plus ist die Flexibilität: Der Urlaub ist auch noch im kompletten Folgejahr verfügbar. Und auch wenn nach Ablauf dieses Jahres Urlaubstage verfallen sein sollten, zahlt SOKA-BAU auf Antrag eine Entschädigung für die verfallenen Urlaubsansprüche aus. Ein solches Modell gibt es nur in der Bauwirtschaft. Für den Arbeitgeber bietet dies zusätzliche Flexibilität bei der Gewährung des Urlaubs.

Dafür zahlen die Baubetriebe jeden Monat einen festen Anteil der Bruttolohnsumme an SOKA-BAU. Nimmt der Arbeitnehmer Urlaub – gleichgültig bei welchem Arbeitgeber – erstattet SOKA-BAU dem Arbeitgeber die ausgezahlte Urlaubsvergütung. Ein System, das sich bewährt hat, und von dem im vergangenen Jahr rund 82.000 Arbeitgeber und mehr als 850.000 in- und ausländische gewerbliche Arbeitnehmer der Baubranche profitiert haben. Das Urlaubsverfahren stellt nämlich auch sicher, dass ausländische Arbeitnehmer im Rahmen der Entsendung nach Deutschland ihren Urlaub und mindestens den jeweils geltenden Mindestlohn erhalten und somit Wettbewerbsgleichheit hergestellt wird.

Ohne das Urlaubsverfahren könnten Arbeitnehmer mit einer Beschäftigungszeit von weniger als sechs Monaten keinen vollen Urlaubsanspruch erwerben. Sie würden vom Arbeitgeber lediglich eine Abgeltung für die offenen Urlaubstage erhalten. Wäre ein Arbeitnehmer sechs Monate oder länger im Betrieb, müsste der Arbeitgeber ihm einen vollen Jahresurlaub gewähren und liefe dann aber Gefahr, auf diesen Kosten sitzen zu bleiben, wenn der Arbeitnehmer kurze Zeit später den Betrieb verlässt. Dass die Fluktuation in der Baubranche nach wie vor hoch ist, belegt eine aktuelle Auswertung von SOKA-BAU: Danach sind mehr als die Hälfte der gewerblichen Arbeitnehmer weniger als 24 Monate beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt. Jeder Vierte wechselt sogar innerhalb eines halben Jahres den Betrieb.

Im Rahmen der Haupt- und Mitgliederversammlung hat SOKA-BAU gestern auch Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 vorgelegt. Unter anderem bedingt durch die weiterhin sehr gute Baukonjunktur ist die Bilanzsumme auf 8,7 Mrd. EUR gestiegen. Davon entfielen 6,4 Mrd. EUR auf die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG und 2,3 Mrd. EUR auf die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft. Die Bruttolohnsumme der rund 78.000 inländischen Baubetriebe ist 2018 kräftig um rund 7,5 % auf über 17 Mrd. EUR gestiegen und zeugt von einem deutlichen Beschäftigungszuwachs in der Branche: Die Zahl der Arbeitnehmer ist um rund 4 % gestiegen. Der nachfolgenden Tabelle können die wichtigsten Zahlen und Informationen zur Haupt- und Mitgliederversammlung von ZVK und ULAK entnommen werden: Tabelle

27.06.2019

SOKA-BAU
Unter dem Dach von SOKA-BAU mit Sitz in Wiesbaden sind zwei gemeinsame Einrichtungen der Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V., Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V.) vereint: die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft (ULAK) und die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG (ZVK). Aufgaben der ULAK sind die Sicherung von Urlaubsansprüchen und die Finanzierung der Berufsausbildung. Die ZVK bietet allen Beschäftigten der Baubranche eine überbetriebliche zusätzliche Altersversorgung.

Pressekontakt 
SOKA-BAU
Michael Delmhorst
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