Europatag 2019: Ausbildung ist der Schlüssel zu Fachkräftesicherung im digitalen Arbeitsmarkt

"Investition in Fähigkeiten und Bildung", v.l.n.r. Dennis Radtke MEP, Domenico Campogrande, Cesare Onestini, Dr. Jürgen Siebel, Michael Teutsch, Gabriele Bischoff MEP, Werner Buelen, Eric Muller-Borle | Foto: Detlef Gottwald

"Parität, Digitalisierung, Integration – Zusammenspiel europäischer und nationaler Bildungspolitik", v.l.n.r. Terry Reintke MEP, Dr. Pauli Antero Forma, Roman Horvath, Wolfgang Husemann, Carsten Burckhardt, Heribert Jöris | Foto: Detlef Gottwald

Unter dem Titel "Berufsbildung für den digitalen Arbeitsmarkt" unterstrich der Europatag der deutschen Bauwirtschaft in Brüssel die Vorreiterrolle des Bau-Berufsausbildungsmodells. Diskutiert wurden außerdem die Kommissionsvorschläge zur künftigen Neuauflage europäischer Förderprogramme.

"Durch die Finanzierung einer modernen Berufsausbildung in den Baubetrieben sowie den über 180 überbetrieblichen Ausbildungsstätten unterstützt SOKA-BAU erfolgreich die hohen Ausbildungsstandards der Branche. Gegen den Trend wächst die Zahl an Ausbildungsplätzen in der Bauwirtschaft. Gerade im Lichte einer zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung von Berufsbildern – auch am Bau – ist es aber dringlicher als je zuvor, heute die Fachkräfte von morgen auszubilden", betonte Gregor Asshoff, Vorstandsmitglied von SOKA-BAU, in seiner Begrüßung zum bereits fünften Europatag der deutschen Bauwirtschaft am 05.11.2019. Die eher klein- und mittelständisch geprägte deutsche Bauwirtschaft steht angesichts der schnell voranschreitenden Digitalisierung wie auch der demografischen Entwicklung vor großen Herausforderungen.

Rund 90 geladene Gäste aus den europäischen Institutionen, Verbänden sowie Wissenschaftler folgten der Einladung zum mittlerweile fünften Europatag der deutschen Bauwirtschaft in Brüssel. In ihrem zentralen Impulsvortrag betonte Barbara Kauffmann, Direktorin für Beschäftigungs- und Sozialpolitische Steuerung in der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission, die Notwendigkeit einer engen Kooperation der europäischen und der nationalen Ebene, insbesondere mit den Sozialpartnern, um die neue europäische Agenda für Kompetenzen zu einem Erfolg zu führen: "Es liegt viel Arbeit vor uns."

In zwei Podien diskutierten neben Vertretern der deutschen Tarifvertragsparteien, der EU-Kommission sowie von EU-Agenturen, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, sozialpartnerschaftlicher Einrichtungen sowie die EU-Abgeordneten Gabriele Bischoff (S&D), Terry Reintke (Grüne/FEA) und Dennis Radtke (EVP) sowohl die Chancen von "Investitionen in Fähigkeiten und Bildung" als auch das Zusammenspiel europäischer und nationaler Bildungspolitik in Bezug auf "Parität, Digitalisierung, Integration". Im Fokus der Diskussion stand dabei die Neuauflage der EU-Förderprogramme für die Periode 2021 bis 2027: Kritisch beurteilten insbesondere die Praktiker unter den Diskutanten die Bürokratie bei der Beantragung von Förderungen und die zu geringe Mittelausstattung – beispielsweise bei den Programmen ESF+ und Erasmus+. Die Vertreter der EU-Institutionen verwiesen dagegen auf die Erhöhung des Fördervolumens sowie administrative Erleichterungen in den Vorschlägen zu der künftigen Programmgestaltung. Außerdem wurde eine stärkere Rolle der gemeinsamen Einrichtungen von Tarifvertragsparteien in der Vermittlung von EU-Fördermitteln zu den Beschäftigten und Betrieben diskutiert. 

Die Vertreter der Tarifvertragsparteien der deutschen Bauwirtschaft Carsten Burckhardt (Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt), Heribert Jöris (Zentralverband des Deutschen Baugewerbes) sowie Walter Sailer (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie) betonten, dass eine solide und moderne Berufsausbildung den Schlüssel bilde, den künftigen Fachkräften das nötige Rüstzeug für ihr Berufsleben mitzugeben.

Ein wichtiger Baustein der beruflichen Historie stellt für eine nicht unwesentliche Zahl junger Menschen die Ausbildungsfähigkeit dar. "Wir bereiten junge Ausbildungswillige über eine Einstiegsqualifizierung durch das Projekt 'Berufsstart Bau' gezielt auf die Ausbildung in der Baubranche vor. Wir gewinnen dadurch neue Personengruppen, fördern die Integration von leistungsschwachen Jugendlichen und Flüchtlingen und beeinflussen das Image der Branche positiv", verwies in seiner Ansprache zur Abendveranstaltung Manfred Purps, Vorstandsmitglied von SOKA-BAU, auf dieses Erfolgsmodell der deutschen Bauwirtschaft. SOKA-BAU richtete die Abendveranstaltung gemeinsam mit der AEIP, der Europäischen Vereinigung der Paritätischen Institutionen, aus.

08.11.2019

SOKA-BAU
Unter dem Dach von SOKA-BAU mit Sitz in Wiesbaden sind zwei gemeinsame Einrichtungen der Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V., Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V.) vereint: die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft (ULAK) und die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG (ZVK). Aufgaben der ULAK sind die Sicherung von Urlaubsansprüchen und die Finanzierung der Berufsausbildung. Die ZVK bietet allen Beschäftigten der Baubranche eine überbetriebliche zusätzliche Altersversorgung.

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