Abgeltung für Arbeitnehmer

Hat ein gewerblicher Arbeitnehmer seine Arbeit auf deutschen Baustellen endgültig beendet und ist er nicht arbeitslos, zahlt SOKA-BAU drei Monate nach Arbeitsende auf Antrag des Arbeitnehmers eine Urlaubsabgeltung an ihn aus. SOKA-BAU vermutet dann, dass der Arbeitnehmer zunächst nicht mehr nach Deutschland zurückkehren wird, so dass der erworbene Urlaub nicht für eine weitere Beschäftigung in Deutschland angespart bleiben muss.

Beispiel:
Ein Arbeitnehmer wurde von seinem Arbeitgeber bis zum 30.06. auf deutsche Baustellen entsandt. Danach kehrte der Arbeitnehmer endgültig in sein Heimatland zurück. Ab dem 01.10. kann der Arbeitnehmer von SOKA-BAU eine Abgeltung erhalten.

Wechselt der Arbeitnehmer in ein Angestellten- oder Ausbildungsverhältnis, erhält er die Abgeltung von SOKA-BAU unmittelbar nach dem Ende seiner gewerblichen Tätigkeit.
Die Urlaubsabgeltung setzt einen Antrag des Arbeitnehmers voraus.

Die Urlaubsabgeltung setzt einen Antrag des Arbeitnehmers voraus.
Hat der Arbeitnehmer noch keinen Antrag gestellt und arbeitet wieder als gewerblicher Bauarbeitnehmer auf einer Baustelle in Deutschland, lebt der volle Urlaubsanspruch (Freizeit und Entgelt) wieder auf.

Hat der Arbeitgeber die Urlaubskassenbeiträge nicht in voller Höhe an SOKA-BAU gezahlt, muss SOKA-BAU die Abgeltung an den Arbeitnehmer entsprechend kürzen.

Soweit die Abgeltung der Sozialversicherung unterliegt, zieht SOKA-BAU einen Pauschalbetrag ab und leitet diesen an den Arbeitgeber weiter. Ist der für den Arbeitnehmer zu zahlende Sozialversicherungsbeitrag höher als der Pauschalbetrag, muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber den Mehrbetrag ersetzen. Ist der Beitrag dagegen niedriger als der Pauschalabzug, muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Differenz nachträglich auszahlen.
SOKA-BAU ist darüber hinaus bei einer Abgeltungszahlung an den Arbeitnehmer gesetzlich verpflichtet, einen Pauschalbetrag für die Entrichtung der Lohnsteuer in Höhe von 20 % sowie des Solidaritätszuschlags in Höhe von 1,1 %, insgesamt 21,1 %, einzubehalten und an das in Deutschland zuständige Finanzamt Wiesbaden abzuführen. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer sich nicht mehr als 183 Tage in Deutschland aufgehalten hat.