Fördervoraussetzungen und Anmeldung von Auszubildenden

SOKA-BAU erstattet Ausbildungskosten auf der Grundlage des Tarifvertrages über die Berufsbildung im Baugewerbe (BBTV) für gewerblich, technisch und kaufmännisch Auszubildende in der Bundesrepublik Deutschland (ausgenommen Berlin).


Voraussetzungen:

Der Betrieb unterliegt dem betrieblichen Geltungsbereich der Sozialkassentarifverträge und es besteht grundsätzlich mindestens ein Arbeitsverhältnis zu einem gewerblichen Arbeitnehmer oder Angestellten.

Die Ausbildung erfolgt in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf im Sinne des § 4 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) oder des § 25 der Handwerksordnung (HwO), der Ausbildungsvertrag ist im Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse bei der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer eingetragen.

Im Ausbildungsvertrag ist eine Urlaubsregelung nach den tariflichen Bestimmungen enthalten (diese entspricht gemäß §§ 10 bzw. 15 BBTV einem Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen pro vollem Kalenderjahr).

Es wurde die Zahlung einer angemessenen Ausbildungsvergütung im Sinne des § 17 BBiG vereinbart. Gemäß Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 10.04.1991 ist eine vertraglich vereinbarte Ausbildungsvergütung dann nicht mehr angemessen, wenn sie die in einem für den Ausbildungsbetrieb einschlägigen Tarifvertrag enthaltene Vergütung um mehr als 20 % unterschreitet. 

Gemäß § 2 BBTV handelt es sich bei dem einschlägigen Tarifvertrag um die Lohn- und Gehaltstarifverträge für das Baugewerbe.

Die Ausbildung erfolgt mit dem Ziel, eine nicht nur vorübergehende berufliche Tätigkeit innerhalb des räumlichen Geltungsbereichs des Berufsbildungstarifvertrages auszuüben.


Besonderheiten:

Zweitausbildung
Nach vorangegangener Berufsausbildung – auch außerhalb der Bauwirtschaft – und ggf. einer anschließenden beruflichen Tätigkeit kann eine Förderung erfolgen, wenn  ein Antrag auf Anrechnung bei der zuständigen Stelle gestellt wurde.

Ausbildung im Zusammenhang mit Dualen Studiengängen
Die Erstattung der Ausbildungskosten im Rahmen einer Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, der verzahnt mit einem Studium durchgeführt wird, kann erfolgen, wenn neben den genannten Voraussetzungen eine betriebliche/überbetriebliche Ausbildungszeit von mindestens 95 Wochen nachgewiesen wird.

Wenn die Fördervoraussetzungen erfüllt sind, senden Sie uns bitte zur Anmeldung eines Auszubildenden eine Kopie des Berufsausbildungsvertrages, der von der Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer bestätigt worden ist. Erfolgt die Bestätigung durch einen maschinellen Ausdruck, senden Sie uns diesen Ausdruck bitte ebenfalls zu.

Der Berufsausbildungsvertrag muss mindestens folgende Angaben enthalten:

  • Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel der Berufsausbildung, insbesondere die Berufstätigkeit, für die ausgebildet werden soll
  • Beginn und Dauer der Berufsausbildung
  • Vorangegangene Berufsausbildung und deren Bezeichnung
  • Dauer der Probezeit
  • Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte
  • Zahlung und Höhe der Vergütung
  • Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit
  • Dauer des Urlaubs
  • Voraussetzungen, unter denen der Berufsausbildungsvertrag gekündigt werden kann
  • Ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Berufsausbildungsverhältnis anzuwenden sind

Nachdem SOKA-BAU die Fördervoraussetzungen geprüft und den Ausbildungsvertrag verarbeitet hat, erhalten Sie einen Ausbildungsnachweis über die aufgrund des vorgelegten Ausbildungsvertrages erfassten Daten. Darüber hinaus erhalten Sie einen Nachweis zur Vorlage bei der überbetrieblichen Ausbildungsstätte (dies ist Voraussetzung für die Erstattung der überbetrieblichen Ausbildungskosten).

Zeitlich versetzt erhält der Auszubildende direkt von uns ebenfalls einen Ausbildungsnachweis.