Urlaubsdauer

Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub (Freizeit und Urlaubsvergütung), der möglichst zusammenhängend gewährt und genommen werden soll. Urlaubsjahr ist das Kalenderjahr (01.01. bis 31.12.).

Die Urlaubsansprüche, die der Arbeitnehmer in Baubetrieben in Berlin, im übrigen Bundesgebiet und während einer Entsendung nach Deutschland erwirbt, werden zusammengerechnet. Die Ansprüche aus dem Berliner Baugewerbe werden durch die Sozialkasse des Berliner Baugewerbes bescheinigt und von SOKA-BAU in das Arbeitnehmerkonto übernommen.

Der Urlaub für gewerbliche Arbeitnehmer beträgt im Kalenderjahr (Urlaubsjahr) 30 Arbeitstage. Samstage gelten nicht als Arbeitstage.

Für Schwerbehinderte im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen (Behinderungsgrad von mindestens 50) erhöht sich der Urlaubsanspruch um 5 Arbeitstage auf 35 Arbeitstage. Bei An- oder Aberkennung der Schwerbehinderung im Laufe eines Kalenderjahres erhält der Arbeitnehmer den Zusatzurlaub nur anteilig. Der Anteil wird für jeden vollen Monat errechnet, in dem die Schwerbehinderung besteht.

Nach dem Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV) ist für den Urlaubsanspruch die Dauer der Beschäftigung in allen Betrieben des Baugewerbes während des Urlaubsjahres maßgebend. Die einzelnen Beschäftigungsverhältnisse im Baugewerbe werden so zusammengefasst, als hätte der Arbeitnehmer nur in einem Arbeitsverhältnis gestanden.

Mit einer bestimmten Zahl von Beschäftigungstagen im Baugewerbe – zurzeit sind es 12 – erwirbt der Arbeitnehmer einen Anspruch auf einen Urlaubstag. Bei einer ganzjährigen Beschäftigung ergibt dies einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen.
 

Die Urlaubsdauer wird nach den in Betrieben des Baugewerbes absolvierten Beschäftigungstagen berechnet. 

Beschäftigungstage sind alle Kalendertage während bestehender Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse in Baubetrieben.

Gewerbliche Arbeitnehmer erwerben nach jeweils 12 Beschäftigungstagen 1 Tag Urlaub, Schwerbehinderte nach jeweils 10,3 Beschäftigungstagen.

Zur Berechnung des Urlaubsanspruchs teilen Sie die Gesamtzahl der bereits entstandenen Beschäftigungstage (Kalendertage) im Urlaubsjahr durch 12, bei schwerbehinderten gewerblichen Arbeitnehmern durch 10,3.
Bei An- oder Aberkennung der Schwerbehinderung ab dem 01.05.2004 besteht der höhere Anspruch nur für jeden vollen Monat der Schwerbehinderung. Als Ergebnis erhalten Sie die Urlaubstage, die dem Arbeitnehmer zu diesem Zeitpunkt höchstens zustehen.

Beispiel:
360 Beschäftigungstage/12 = 30 Urlaubstage
360 Beschäftigungstage/10,3 = 35 Urlaubstage

Am Jahresende werden Bruchteile von mindestens 0,5 Tagen auf einen vollen Tag aufgerundet, sonst wird abgerundet. 
Volle Beschäftigungsmonate werden mit 30 Beschäftigungstagen gezählt. Beginnt oder endet ein Arbeitsverhältnis im laufenden Monat, rechnen Sie die einzelnen Beschäftigungstage dieses Monats hinzu.

Als Beschäftigungstage zählen nicht:

  • Tage, an denen der Arbeitnehmer der Arbeit unentschuldigt ferngeblieben ist
  • Tage, an denen der Arbeitnehmer unbezahlten Urlaub erhielt, wenn dieser zusammenhängend länger als 14 Kalendertage gedauert hat

Im Urlaubsjahr erworbene, aber nicht gewährte Urlaubstage werden auf das ganze nächste Jahr übertragen.

Die Beschäftigungstage können Sie mit der folgenden Formel umrechnen, wenn die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit regelmäßig oder durchschnittlich auf weniger als fünf Arbeitstage pro Woche verteilt ist – z. B. bei Aushilfen und Teilzeitbeschäftigten:

Tatsächliche Arbeitstage pro Woche geteilt durch 5 Arbeitstage pro Woche mal 30 Beschäftigungstage = reduzierte Beschäftigungstage

Beispiel:
Bei Verteilung der Arbeitszeit auf 3 Arbeitstage pro Woche entstehen für jeden vollen Monat anstelle von 30 Beschäftigungstagen nur 18 Beschäftigungstage (3 : 5 x 30 = 18). In diesem Fall erwirbt der Arbeitnehmer also nur aus 18 Beschäftigungstagen Anspruch auf Urlaub.

Ist die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit jedoch regelmäßig auf 5 Arbeitstage pro Woche verteilt, entstehen für jeden vollen Monat 30 Beschäftigungstage.

Beispiel:
Die vereinbarte tägliche Arbeitszeit von montags bis freitags beträgt 5 Stunden. In diesem Fall erwirbt der Arbeitnehmer für jeden vollen Monat aus 30 Beschäftigungstagen Anspruch auf Urlaub.